Schülernachfolge


Vedische Wahrheit erreicht den Schüler durch den herabsteigenden Vorgang von den Veden und durch den guru. Diese Kette der Übermittlung wird als guru- parampara oder Schülernachfolge bezeichnet. In der Bhagavad-gita (4.2) sagt Krishna zu Arjuna: evam parampara-praptam. "Diese höchste Wissenschaft (bhakti-yoga, das Wissen durch hingebungsvollen Dienst) wurde so durch die Kette der Schülernachfolge empfangen."


Somit hat der Schüler nicht nur zu seinem eigenen spirituellen Meister eine Beziehung, sondern auch zu dem spirituellen Meister seines spirituellen Meisters und dem spirituellen Meister dessen Meisters wiederum und so fort, in einer ungebrochenen Kette von Meistern. Die Kette der Meister, in der ein bestimmter guru die Wahrheit hört und spricht, wird als sampradaya bezeichnet. Zum Beispiel kommt das vedische Wissen in der Brahma-sampradaya von Brahma und in der Kumara-sampradaya von den Kumara Rishis (Weisen) herab.


Der vedischen Ansicht zufolge begannen diese sampradayas bei der Schöpfung des Universums und bestehen bis zur heutigen Zeit in der Person des guru für den jeweiligen Schüler fort. Dank der Konsistenz der Übermittlung sind alle vorangegangenen gurus in den Lehren des gegenwärtigen spirituellen Meisters gegenwärtig. Der Schüler empfängt die reine vedische Botschaft auf die gleiche Weise, wie jemand eine Mango von einer Anzahl von Männern empfangen mag, die auf den Zweigen eines Mangobaumes sitzen. Der Mann im Wipfel des Baumes pflückt die Frucht und gibt sie vorsichtig an den Mann unter sich weiter. So kommt die Frucht von Mann zu Mann herunter und erreicht schliesslich unbeschädigt und unverändert den Mann am Boden.



Man mag fragen, ob eine Linie von Lehrern überhaupt die Botschaft ohne Änderung oder Zusatz ganz genau von einem zum anderen weitergeben kann. Nicht jeder kann es sich erlauben zu sagen, er verkünde vedisches Wissen in der Nachfolge der vergangenen Lehrer - nur ein vollkommener guru.

 

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